An den richtigen Stellschrauben drehen

Robert Bosch GmbH

Im Ansbacher Werk von Bosch gibt es eine eigene Projektstelle für das Thema Chancengleichheit.

Frauen als Mitarbeiterinnen zu gewinnen und zu fördern, ist für die 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ gegründete Robert Bosch GmbH ein zentrales Ziel – auch im Werk in Ansbach bei Nürnberg. Es ist seit 1999 Träger des TOTAL E-QUALITY-Prädikats.

Chancengleichheit für die Wettbewerbsfähigkeit

Foto von Steffen DickEine chancengerechte Personalarbeit, so der Kaufmännische Werkleiter in Ansbach, Steffen Dick, sei gleichbedeutend mit Zukunftsorientierung: „Wir bewegen uns in einem zunehmend dynamischeren Umfeld: Märkte rücken zusammen, technische Entwicklungen und Unternehmensprozesse unterliegen einer ständigen Beschleunigung. Unternehmen, die sich hier Umgebung behaupten wollen, benötigen leistungsfähige und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Chancengleichheit sei deshalb fester Bestandteil des Führungsverständnisses im Werk. Bosch entwickelt und produziert dort mit rund 2.500 Beschäftigten Airbag- und Bremssystemsteuergeräte für die Automobilindustrie. Der Frauenanteil in der Belegschaft beträgt 27 Prozent, acht Frauen haben Führungspositionen inne. Was sich zunächst gering anhört, ist für die männerdominierte Technikbranche durchaus beachtlich.

Bereits 1988 wurde in Ansbach ein Frauenförderplan verabschiedet und 1995 vom Gesamtbetriebsrat die „Projektgruppe Frauen“ eingesetzt, um die Umsetzung des Frauenförderplans voranzubringen. Heute heißt das Gremium „Projektstelle Chancengleichheit“ und entwickelt Instrumente, um Frauen als Mitarbeiterinnen zu gewinnen, zu binden und zu fördern sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Letzteres wurde insbesondere im Rahmen des Audits „berufundfamilie“ der Hertie-Stiftung, an dem Bosch seit 2006 teilnimmt, erreicht. Eltern können flexible Schichtmodelle, Gesundheitsprogramme, Telearbeit, Ferienbetreuungsangebote für die Kinder, die Möglichkeit einer Pflegepause und ein Wiedereinstiegsprogramm nutzen. Die familienfreundlichen Maßnahmen werden auch gezielt an Väter herangetragen.

Austausch und Förderung auf allen Ebenen

Für Mitarbeiterinnen aus dem technischen Bereich gibt es seit 1999 die Betriebsplattform „TaC – Technik als Chance“. Die Teilnehmerinnen treffen sich einmal im Monat vormittags, um Erfahrungen auszutauschen, sich gegenseitig zu motivieren und zu unterstützen. Im konzernweiten Netzwerk „women@bosch“ können sich Mitarbeiterinnen aller Hierarchiestufen und Geschäftsbereiche austauschen und ihre Interessen vertreten. Darüber hinaus gibt es Sensibilisierungsworkshops für Führungskräfte zur Umsetzung von Chancengleichheit. Auch die Daten zur Personalentwicklung von weiblichen Beschäftigten werden systematisch erhoben. Doch Bosch setzt schon viel früher an, um Frauen zu gewinnen: Das Unternehmen nimmt jährlich am „Girls‘ Day“ teil. Mit der Hochschule Ansbach gibt es ein Mentoring-Abkommen, in dessen Rahmen Ingenieurinnen von Bosch Studentinnen der Ingenieurswissenschaften begleiten.

Dafür erhält das Ansbacher Bosch-Werk 2011 zum fünften Mal in Folge das TOTAL E-QUALITY-Prädikat. Dass dessen Engagement für Chancengleichheit nachhaltig ist, belegen auch andere Auszeichnungen: 1996 erhielt das Ansbacher Werk der Robert Bosch GmbH den Bayerischen Frauenförderpreis und 2006 den Nachhaltigkeitspreis. Außerdem wurde es von der bayerischen Staatsregierung 2011 mit dem Preis „SIEgER – Gerechte Chancen in der Arbeitswelt“ ausgezeichnet.

Steffen Dick ist überzeugt, dass sich eine chancengerechte Personalarbeit auch für den Erfolg eines Unternehmens auszahlt. Er rät anderen Unternehmen deshalb, ihre Bemühungen in diesem Bereich zu intensivieren. Auch damit in Zukunft „keine gesonderte Projektstelle für das Thema Chancengleichheit mehr nötig ist.“

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Robert Bosch GmbH Werk Ansbach

Robert Bosch GmbH Werk Ansbach

Prädikatsträger
1999, 2002, 2005, 2008, 2011, 2014 und 2017
Nachhaltigkeitspreis
2011
Diversity Prädikat
2017
Organisationsbereich
Wirtschaft
Branche:
Industrie & Produktion
Ansprechpartner(in):
Anastasia Mavridis-Bögelein

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Robert Bosch GmbH