Gleiche Chancen in Theorie und Praxis

Fraunhofer IAO

Mit unterschiedlichen Projekten fördert das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO Frauen in der wissenschaftlichen und technischen Forschung.

Am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO wird Chancengleichheit zugleich erarbeitet und gelebt. Denn das Thema beschäftigt das Institut sowohl auf wissenschaftlicher als auch personalpolitischer Ebene: mit Forschungsprojekten zur Gleichstellung und Maßnahmen zur Förderung weiblicher Talente im eigenen Haus.

Das Maß aller Dinge bei der Arbeitsorganisation ist der Mensch, genauer: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Mittelpunkt der Tätigkeiten am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart stehen deshalb Fragestellungen rund um den arbeitenden Menschen. Das Institut unterstützt Unternehmen dabei, Potenziale innovativer Organisationsformen und Technologien bestmöglich auszuschöpfen und nachhaltig gewinnbringend einzusetzen. Das Fraunhofer IAO bündelt dafür Management- und Technologiekompetenz. Und das bedeutet, nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg im Auge zu behalten, sondern auch die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die gesellschaftlichen Auswirkungen von Innovationen. In enger Kooperation mit dem Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart verbindet das Fraunhofer IAO universitäre Grundlagenforschung, anwendungsorientierte Wissenschaft und wirtschaftliche Praxis.

Forschen ...

Insgesamt sind 264 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Fraunhofer IAO in den Geschäftsfeldern Unternehmensentwicklung und Arbeitsgestaltung, Dienstleistungs- und Personalmanagement, Engineering-Systeme, Informations- und Kommunikationstechnik sowie Technologie- und Innovationsmanagement beschäftigt. Darunter befinden sich 95 Frauen, fünf davon in Führungspositionen. Um das Thema Gleichstellung im Institutsalltag zu stärken, wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Forschungsprojekte durchgeführt. Neben den abgeschlossenen Projekten „GenderChancen“ und „P x - Erfolgreich ist weiblich“ läuft seit 2009 das von der EU geförderte Projekt „WHIST – Women’s Career Hitting the Target: Gender Management in Scientific and Techological Research“, durch das die Bedingungen für Frauen in der wissenschaftlichen und technischen Forschung verbessert werden sollen. Im September 2011 startete zudem das Projekt „Stages – Structural Transformation to Achieve Gender Equality in Science“, das konkrete Maßnahmen zum Gender Mainstreaming umsetzen und in der Gleichstellungspolitik am Institut etablieren soll.

„Chancengleichheit bedeutet für uns Chancennutzung. Nur wenn wir alle verfügbaren Ressourcen proaktiv nutzen, können wir dauerhaft erfolgreich sein. Chancengleichheit ist Zukunftssicherung!“, sagt der stellvertretende Institutsleiter Dr. Wilhelm Bauer. Und so wird Gleichstellung am Fraunhofer IAO nicht nur theoretisch erforscht, sondern auch aktiv praktiziert. Dazu gehört, die Rahmenbedingungen an die unterschiedlichen Lebensentwürfe der Belegschaft anzupassen. Zwei Beauftragte für Chancengleichheit sorgen am Fraunhofer IAO dafür, ein Bewusstsein für die Ziele, Wege und Entwicklung von Chancengleichheit am Institut zu bilden und die Interessen von Frauen und Männern gleichwertig zu berücksichtigen. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten, gibt es für Eltern unter anderem verschiedene Arbeitszeitmodelle und Urlaubsmöglichkeiten sowie eine institutsnahe Kindertagesstätte mit

... und fördern

Foto von Dr. Wilhelm BauerUnd auch die Personalentwicklung kommt am Fraunhofer IAO nicht zu kurz: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können an verschiedenen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen und werden bei Dissertations- und Habilitationsprojekten gefördert. Speziell für die weiblichen Führungskräfte bietet das Institut Managementseminare sowie Coaching- und Mentoring-Programme wie das Projekt „TANDEM plus“ an, das Nachwuchswissenschaftlerinnen auf dem Weg zur Professur oder in eine Spitzenposition bei der Fraunhofer Gesellschaft begleitet. Institutsleiter Professor Dieter Spath geht mit gutem Beispiel voran – und stellt sich als Mentor zur Verfügung. Zudem fördert das Fraunhofer IAO den Aufbau interner Netzwerke junger Wissenschaftlerinnen, etwa im „Assistenz-Netzwerk AssNet“, das den Austausch der Teamassistenzen untereinander sowie die Übernahmen von Patenschaften fördert.

Auf internationaler Ebene ist die Fraunhofer-Gesellschaft zudem Mitglied im European Women’s Development Management International Network (EWDM). Für „herausragende Leistungen“ auf dem Gebiet der Chancengleichheit hat das Fraunhofer IAO daher in diesem Jahr bereits zum vierten Mal das TOTAL E-QUALITY-Prädikat erhalten (seit 2005 gemeinsam mit dem kooperierenden IAT der Universität Stuttgart). „Es war für die Jurymitglieder deutlich zu erkennen, welch hohen Stellenwert das Thema Chancengleichheit erfährt und dass dies auch in der täglichen Praxis im Institutsalltag umgesetzt wird“, heißt es in der Begründung. Ein Ansporn für die Zukunft, die Förderung der Chancengleichheit in Theorie und Praxis weiter so intensiv zu verfolgen.

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Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO / Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT

Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO / Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT

Prädikatsträger
2002, 2005, 2008, 2011, 2014 und 2017
Nachhaltigkeitspreis
2014
Organisationsbereich
Wissenschaft
Branche:
Forschungs-/Wissenschaftseinrichtungen
Ansprechpartner(in):
Jasmin Link

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