Prädikat für Personalarbeit
aus: „Personal – Zeitschrift für Human Resource Management“, Nr. 7/8 2009
Zum neunten Mal vergab im Juni die Unternehmerin Eva Maria Roer, die Gründerin des Dentalversands DT&SHOP in Bad Bocklet, das von ihr initiierte Prädikat „Total E-Quality". Die Bezeichnung steht für Total Quality Management (TQM), ergänzt um die Gender-Komponente Equality. In diesem Jahr fand der Festakt in München im Haus der Bayerischen Wirtschaft statt. 36 Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung wurden mit dem Prädikat ausgezeichnet. 26 der Ausgezeichneten waren neu in der Runde. Darunter vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, BayME - Bayerischer Unternehmensverband Metall und Elektro e.V., VBM -Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie, aber auch die Fachhochschule Schmalkalden und das Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik oder das Nürnberger Werk von Robert Bosch. Bereits mehrfach ausgezeichnet wurden beispielsweise Allianz, Comet Computer oder Commerzbank. Mit dem Prädikat versehen werden Unternehmen und Institutionen mit mehr als 15 Beschäftigten, die für beispielhaftes erfolgreiches und nachhaltiges Engagement für Chancengleichheit von Frauen und Männern im Berufsorgen. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Frauen in Führungspositionen. Neben der Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht es um eine gerechte Personalbeschaffung und -entwicklung, um die Förderung partnerschaftlichen Verhaltens am Arbeitsplatz sowie um die Berücksichtigung von Chancengleichheit in den Untemehmensgrundsätzen.
Chancengleichheit erreichen
Weibliche Führungskräfte der ersten und zweiten Ebene werden um durchschnittlich 13 Prozent geringer vergütet als ihre männlichen Kollegen. Zudem sind nur fünf Prozent der deutschen Geschäftsführungen mit Frauen besetzt. Dies belegt eine Kienbaum-Studie. Eine interne Analyse der Personalberatung Michael Page International kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Insgesamt haben sich hier in den vergangenen vier Jahren nur 28 Prozent Frauen
im mittleren Management beworben. Dieser Situation versucht Total E-Quality e.V. mit dem gleichnamigen Prädikat „Total E-Quality" entgegenzuwirken. Das Prädikat erhalten Unternehmen und Institutionen, die sich besonders für die Chancengleichheit von Frauen und Männern im Berufsleben engagieren, für drei Jahre. In diesem Jahr zeichnete der Verein 40 Institutionen mit dem Prädikat aus.
www.total-e-quality.de, www.kienbaum.de, www.michaelpage.de
Chancengleichheit als Wettbewerbsvorteil?
aus: Arbeit + Arbeitsrecht 09/2008
Wie Vielfalt im Unternehmen als Standortfaktor von Vorteil sein kann, hat die Bundesbeauftragte für Integration, Maria Böhmer, in AuA 1/08, S. 8 ff. dargestellt. Daneben gibt es noch andere Möglichkeiten, das eigene „Diversity Management" in der Öffentlichkeit werbewirksam zu präsentieren: So zeichnet der TOTAL E-QUALITY Deutschland e.V. seit mittlerweile zwölf Jahren Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung aus, die sich in besonderer Weise für Chancengleichheit einsetzen. Bislang wurden dabei 263 Prädikate verliehen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein wichtiger Baustein dafür, dass auch mehr und mehr Frauen in Führungspositionen integriert werden. Chancengleichheit leistet so einen Beitrag zur Sicherung des wirtschaftlichen Erfolgs und der Zukunftsfähigkeit der Unternehmen. Deshalb empfehlen die Bundesregierung und die Spit¬zenverbände der deutschen Wirtschaft seit 2001 die Initiative TOTAL E-QUALITY.
Verein setzt Maßstäbe
aus: "der betriebsrat" 07/2008
Dass Chancengleichheit ein Erfolgsfaktor für Unternehmen ist, sollte inzwischen in jeder Chefetage angekommen sein. Doch selbstverständlich ist sie leider noch lange nicht. Standards setzen will der Verein TOTAL E-QUALITY. Sein Ziel ist es, Chancengleichheit in Wirtschaft, Wissenschaft sowie Politik zu etablieren und nachhaltig zu verankern. Er zeichnet seit 1996 Organisationen mit dem Prädikat „TOTAL E-OUALITY" aus, die sich in besonderer Weise für Chancengleichheit von Frauen und Männern im Beruf einsetzen. In diesem Jahr waren es 40 Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung, die für ihre Personalpolitik prämiert wurden. Das Prädikat wird für jeweils drei Jahre verliehen. Nähere Informationen sind unter www.total-e-quality.de erhältlich.
3. Bilanz Chancengleichheit
TOTAL E-QUALITY Deutschland e. V. setzt sich für Chancengleichheit von Frauen und Männern im Beruf ein und fördert die Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist hierfür eine wichtige Voraussetzung. Seit über zehn Jahren werden jährlich Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für Chancengleichheit einsetzen.
Freiwilligkeit und Vertrauen - das sind die Grundsätze, auf die TOTAL E-QUALITY mit seinem Selbstbewertungsinstrument bei der Bewerbung um das Prädikat setzt. Das Prädikat erhält, wer einen nach Unternehmensgröße gestaffelten Mindeststandard erfüllt. Die Gegebenheiten unterschiedlicher Unternehmensstrukturen, speziell die von Klein- und Mittelbetrieben, werden bei der Bewertung berücksichtigt. Um den unterschiedlichen Gegebenheiten von Wirtschafts- und Wissenschaftsorganisationen zu entsprechen, gibt es inhaltlich verschiedene Selbstbewertungsinstrumente. Besonders im Mittelstand gibt es viele „Hidden Champions". Diese aufzuspüren und zu gewinnen ist das Ziel von TOTAL E-QUALITY für die nächste Dekade.
Das Prädikat ist drei Jahre gültig und kann dann erneuert werden, um Fortschritte bzw. Nachhaltigkeit auf dem Weg zur Chancengleichheit zu dokumentieren. 223 Prädikate wurden bisher vergeben. Zwölf Organisationen erhielten die Auszeichnung bereits zum vierten Mal, weitere dreizehn zum dritten Mal. Diese Organisationen setzen damit ein besonders starkes Zeichen von Nachhaltigkeit im Bereich der Chancengleichheit.
2. Bilanz Chancengleichheit
Gemäß der Vereinbarung empfehlen die Bundesregierung und die Spitzenverbände der Wirtschaft den Unternehmen die Unterstützung des Vereins TOTAL E-QUALITY Deutschland e. V.
TOTAL E-QUALITY will, dass Chancengleichheit in Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik etabliert und nachhaltig verankert wird. Dazu gehört, dass die Begabung, das Potenzial und die Kompetenz der Geschlechter gleichermaßen (an-)erkannt, einbezogen und gefördert werden. TOTAL E-QUALITY prämiert jährlich Organisationen, die sich in vorbildlicher Weise für Chancengleichheit einsetzen und dieses Ziel nachhaltig verfolgen. Instrumentarium der Bewerbung ist die Checkliste zur Selbstbewertung der Organisationen. Um den unterschiedlichen Gegebenheiten von Wirtschafts- und Wissenschaftsorganisationen zu entsprechen, gibt es inhaltlich verschiedene Checklisten.
Chancengleichheit beginnt und endet nicht bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Sie ist umfassender. Deshalb fokussiert sie sich auf alle Felder einer innovativen Chancengleichheitspolitik:
- Bestandsaufnahme zur Beschäftigungssituation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Personalbeschaffung, Stellenbesetzung, Nachwuchswerbung und -beschaffung -
Weiterbildung/Personalentwicklung
- Vereinbarkeit von Beruf und Familie
- Förderung partnerschaftlichen Verhaltens am Arbeitsplatz
- Institutionalisierung der Aktivitäten zur Chancengleichheit
- Bekenntnis zu Chancengleichheit als Unternehmens- und sozialpolitisches Ziel,
Öffentlichkeitsarbeit, Bewusstseinsbildung
Nach innen hat die Auszeichnung mit dem TOTAL E-QUALITY-Prädikat positive Auswirkungen auf Motivation, Engagement, Qualifikation und Leistungsfähigkeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nach außen repräsentiert die Auszeichnung eine vorbildliche, innovative und motivierende Personalpolitik. Dies bedeutet Imagegewinn und Wettbewerbsvorteile für Unternehmen.
Seit Bestehen des Vereins wurden über 100 Organisationen aus Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Forschung mit insgesamt mehr als zwei Millionen Beschäftigten für ihre an Chancengleichheit orientierte Personalpolitik ausgezeichnet, davon 23 bereits zum dritten Mal. Im Jahr 2006 feiert TOTAL E-QUALITY sein zehnjähriges Jubiläum.
Handbuch "Genderorientierte Personalarbeit in KMU in Thüringen"
Das vorliegende Handbuch "Genderorientierte Personalarbeit in KMU in Thüringen" ist ein Arbeitsergebnis des gleichnamigen ESF-Projektes, des 5. TEAM-Wettbewerbes im Rahmen des Operationellen Programms 2000 bis 2006 des Europäischen Sozialfonds Thüringen.
Hauptaufgabe erfolgreicher Unternehmensführung ist der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit am globalisierten Markt. Für die Unternehmen bedeutet dies, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und sich den gegebenen Herausforderungen anzupassen - Anforderungen, die nach Innovationen verlangen. Innovativ sein bedeutet jedoch längst nicht mehr nur, technische Erneuerungen in die Unternehmensprozesse zu integrieren. Durch zunehmenden Einfluss der demographischen Entwicklung und den damit verbundenen Fachkräftemangel rücken mehr denn je die sogenannten weichen Faktoren in den Blickpunkt. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Mitarbeitern und der Frage, wie Fachkräfte langfristig an das Unternehmen gebunden werden können.
Unternehmenserfolg und Wettbewerbsfähigkeit sind folglich auch als ein Ergebnis erfolgreicher Personalarbeit zu betrachten. Einen Handlungsansatz für Unternehmen bildet hierbei die Förderung und Herstellung von Chancengleichheit von Frau und Mann am Arbeitsplatz im Sinne der Gender Mainstreaming-Politik. Wettbewerbsfähigkeit durch genderorientierte Personalarbeit heißt: gleiche Chancen für alle Mitarbeiter, Gleichstellung von Frau und Mann in der Arbeitswelt zur Nutzung ihres Potenzials und der Vielfalt aller.
Mit dem Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im August 2006 sind nun auch Unternehmen dazu verpflichtet, sich mit der Geschlechterfrage aktiv auseinander zu setzen.
Dem Konzept des Buches liegt der Anspruch einer praxisorientierten und branchenübergreifenden Anwendung zu Grunde, das bereits erfolgreich in Form eines modularisierten Gender Trainings im Rahmen des o. g. Projektes erprobt wurde. Im Vordergrund steht das Ziel, Hilfestellung bei der Implementierung von Gender Mainstreaming (Chancengleichheit) und der Bewältigung damit verbundener Veränderungsprozesse zu geben. Personalverantwortliche Führungskräfte erhalten Anregungen zur inhaltlichen und methodischen Umsetzung der Gender Mainstreaming-Strategie in den Bereichen Personalarbeit und Unternehmensführung. Zugleich bietet die Arbeit mit dem Handbuch die Chance, sich zielgerichtet auf eine Bewerbung für das TOTAL E-QUALITY Prädikat vorzubereiten. Das Prädikat zeichnet Unternehmen aus, die erfolgreich wirtschaftliche Belange und die Interessen der Mitarbeiter mittels geeigneter Personalstrategien zur Umsetzung von Chancengleichheit verbinden.




