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09.06.09

Prädikatsvergabe am 22. Juni: Die Entscheidung der Jury

Am 22. Juni werden im hbw I Haus der Bayerischen Wirtschaft wieder 37 Prädikate an Organisationen verliehen, die sich in besonderer Weise für die Chancengleichheit von Frauen und Männern im Beruf einsetzen.

Die Einladung und Anmeldung können Sie hier downloaden.

Die Jury hat alle vorliegenden Bewerbungen sorgfältig geprüft und sich bei folgenden Organisationen für eine Vergabe des TOTAL E-QUALITY Prädikats ausgesprochen:

Allianz Deutschland AG

Die  Allianz Deutschland AG wird zum zweiten Mal  mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Der Finanzdienstleister beschäftigt fast 20.000 Mitarbeiter/innen. Der Frauenanteil liegt bei 55 Prozent, der Anteil von Frauen in Führungspositionen beträgt knapp 30 Prozent.

Grundlage der Personalpolitik bei der Allianz sind Wertschätzung, Respekt und Toleranz. Seit Beginn der 1990er Jahre entwickelte das Unternehmen systematisch Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit, die seit 2001 in das Gesamtkonzept der Diversity eingingen.

Die Allianz bietet umfangreiche Personalentwicklungsmaßnahmen für Männer und Frauen. Sie erleichtert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch verschiedene Arbeitszeit-modelle, Telearbeit, Unterstützung bei der Kinderbetreuung und durch eine aktive Elternzeit (Kontakt, Vertretungseinsätze, Qualifizierung). Auch die externen Aktivitäten, wie die Mitwirkung von Mitarbeiter/innen in Gremien und Netzwerken, sind vorbildlich.


Comet Computer GmbH/Comet Communication GmbH

Die Comet Computer GmbH wird zum fünften Mal, die Comet Communication GmbH zum ersten Mal mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Comet ist im Bereich der Softwareentwicklung und technischen Dokumentation tätig. Der Frauenanteil liegt bei 60 %.

Seit 1987 ist Chancengleichheit ein fester Bestandteil in der Unternehmenskultur von Comet. Schwerpunkt ist das Angebot von flexiblen Arbeitszeitmodellen, Telearbeit, finanzielle Unterstützung der Kinderbetreuung und Führung in Teilzeit. Ein beachtliches Programm für ein kleines Unternehmen mit knapp 70 Beschäftigten.

Die Aktivitäten wurden immer wieder erfolgreich neuen und veränderten Anforderungen angepasst. Hierin zeigt sich auch, dass im Unternehmen eine unkonventionelle Firmenkultur gelebt wird, die ein besonders angenehmes Arbeitsklima schafft und sich langfristig wirtschaftlich rechnet.

Fünfmal ausgezeichnet zu werden, ist der nachhaltige Beweis des starken
Engagements für Chancengleichheit. Als Best Practice Unternehmen trägt Comet zur positiven Entwicklung von Chancengleichheit und Familienfreundlichkeit in unserer Gesellschaft bei.


Commerzbank AG

Die Commerzbank AG wird zum fünften Mal mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Seit fast 20 Jahren ist die Commerzbank aktiv bei der Förderung der Chancengleichheit. Zu Beginn lag der Schwerpunkt auf der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Inzwischen stehen die Programme unter dem Dach einer sehr facettenreichen Unternehmenskultur mit Diversity Management. Die Commerzbank bietet für 300 Mitarbeiterkinder eine Regelbetreuung an. Zusätzlich hat sie an 19 Standorten eine Notfall- und Ferienbetreuung eingerichtet.

Daneben haben sich in der Commerzbank Netzwerke gegründet, die dem Unternehmen helfen, die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt zu erfahren und so die Angebote passgenau zu entwickeln. Die Bank im Gegenzug kann auf eine hoch motivierte Belegschaft bauen – ein Trumpf, der gerade im wirtschaftlich schwierigen Umfeld unbezahlbar ist.

Mit dieser fünften Auszeichnung beweist auch die Commerzbank ihr nachhaltiges Engagements für Chancengleichheit und ist damit eines unserer Best Practice Unternehmen.
   

Daimler AG


Die Daimler AG wird zum zweiten Mal mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

In Deutschland sind ca. 142.000 Mitarbeiter/innen beschäftigt. Der Frauenanteil liegt bei 12 Prozent, in der Summe aller Führungspositionen beträgt er 10 Prozent.

Seit 2005 koordiniert Daimler alle Maßnahmen zur Chancengleichheit und Familien-freundlichkeit über das Global Diversity Office. Die bereits zahlreichen Arbeitszeitmodelle sollen noch weiter ausgebaut werden. Daimler hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 weltweit 20 Prozent der leitenden Positionen mit Frauen zu besetzen. Am Cross Mentoring-Programm – eine von zahlreichen Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels – nehmen 500 Mentor/innen und Mentees teil.

Ebenfalls besonders vorbildlich ist die Eröffnung zahlreicher Kinderkrippen: Da Länder und Kommunen längst noch nicht die nötige Infrastruktur aufgebaut haben, wird Daimler bis 2012 an 14 Standorten 569 Krippenplätze geschaffen haben.

Seit 2006 engagiert sich die Daimler AG gemeinsam mit anderen deutschen Großunternehmen und der Bundesregierung in der Charta der Vielfalt.


Deutsche Post DHL


Die Deutsche Post DHL wird zum vierten Mal mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Zum Grundverständnis des Unternehmens gehört die Verantwortung und das Ziel, den Mitarbeiter/innen weltweit ein faires und von Teamgeist geprägtes Arbeitsumfeld zu bieten. Chancengleichheit und Diversity gehören zur Unternehmenskultur des Konzerns und sind in den Unternehmenswerten und dem Verhaltenskodex als wichtiger Bestandteil fest verankert.

Der Frauenanteil beträgt insgesamt 48 Prozent, der Anteil an den Führungskräften liegt bei 18 Prozent.

Bereits 1997 wurde mit der systematischen Umsetzung von Chancengleichheit und Work Life Balance-Maßnahmen begonnen. Die Deutsche Post bietet die ganze Palette familienfreundlicher Maßnahmen mit begleitenden Kommunikations- und Evaluationsinstrumenten an.

Geplant ist ein Online-Familiennetzwerk zum Erfahrungsaustausch und als E-Learning-Plattform, das Väter und Mütter in Elternzeit zur Qualifizierung nutzen können.

Der Konzern ist in 220 Ländern der Welt vertreten, was den Teilnehmerinnen des globalen Mentorings große Chancen bietet. Daneben haben sich weitere Programme zur Förderung des weiblichen Nachwuchses bewährt. Auch schwierige Themen wie Mobbing oder sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz geht das Unternehmen offensiv an.


Fachhochschule Schmalkalden


Die Fachhochschule Schmalkalden wird erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Chancengleichheit wird an der Fachhochschule als Gesamtkonzept durch zahlreiche Maßnahmen verfolgt und soll ab 2009 noch stärker unterstützt werden. Die Bewerbung für das Prädikat dient auch der Erfassung des Status Quo bezüglich der Gleichstellung an der Fachhochschule.

Die Fachhochschule unterstreicht ihr Anliegen der Chancengleichheit damit, dass das Thema im Leitbild und Profil der Hochschule verankert ist. Besonders effizient erscheint das Zusammenwirken zwischen Gleichstellungsmaßnahmen und Frauenförderung im Speziellen. Hervorzuheben ist die in der Institution verwurzelte Gleichstellungspolitik, die durch institutionalisierte Förderung und finanzielle Ressourcen unterstützt wird.

Besonders interessant erscheint das Schmalkaldener Professorinnenmodell, das der Förderung des Potentials und des Anteils von Frauen an allen Positionen in der Hochschule dient. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, insbesondere von Frauen in den MINT-Fächern, liegt ebenfalls im Fokus.


Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik


Das Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik wird erstmals mit dem          TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet. 

Das besondere Anliegen des Ferdinand-Braun-Instituts ist es, das Thema Gleichstellung in einem Institut physikalischer Forschungsorientierung ernst zu nehmen und als Leitbild durch zahlreiche Einzelmaßnahmen zu implementieren.

Besonders im Bereich der Frauenförderung ist das Institut aktiv. Dies beginnt beim Wecken des Interesses bei Schülerinnen an den Themen des Instituts und setzt sich bei der Karriereförderung von Frauen fort.

Das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist im Ferdinand-Braun-Institut von großer Bedeutung und zahlreiche Maßnahmen unterstützen die Mitarbeitenden, unter anderem ein Doppel-Karriere-Programm oder eine Notfallkinderbetreuungsmöglichkeit.
 

Forschungszentrum Jülich GmbH


Das Forschungszentrum Jülich wird zum vierten Mal mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Seit der letzten Verleihung im Jahre 2006 konnte das Forschungszentrum weiter Erfolge bei der Förderung der Chancengleichheit erzielen. So ist es in den letzten Jahren gelungen, den Frauenanteil am Gesamtpersonal zu erhöhen. Auch im Führungsbereich ist ein starker Anstieg des Frauenanteils zu verzeichnen.

Chancengleichheit ist inzwischen ein Leitbild des Forschungszentrums, an dem im Sinne eines Netzgedankens alle an der Verwirklichung mitwirken. Durch Aktionen und Leitlinien verfolgt das Zentrum die Ziele der Gleichstellung und Chancengleichheit.

Besonders im Bereich Qualifizierung und Wiedereinstieg wurden die Maßnahmen verstärkt. Seit 2008 gibt es zusammen mit einem Seminarangebot ein Wiedereinstiegsprogramm, um so qualifizierte Eltern schneller in das Forschungszentrum zurückzuholen.

Beeindruckend ist das in Deutschland einmalige und innovative tenure-track-Verfahren, das nur für Frauen geöffnet ist. Durch dieses Verfahren fördert das Forschungszentrum Wissenschaftlerinnen und stellt die Weichen für eine Chancengleichheit auf dem Weg zur Professur.

Geplant ist, auch in der theoretischen Betrachtung Gender-Aspekte in die Forschung mit einzubringen und eine Forschungsreihe dazu zu entwickeln.


Gebäudemanagement Schleswig-Holstein

Die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein als Anstalt des öffentlichen Rechts wird erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Die GMSH erbringt Dienstleistungen, die mit der öffentlichen Verwaltung verbunden sind. Als ganzheitlicher Dienstleister sind die knapp 1.200 Mitarbeiter/innen mit den Kernaufgaben Bauen, Bewirtschaften und Beschaffen betraut. Der Frauenanteil liegt bei 45 Prozent. Mit dem Frauenförderplan soll es gelingen, den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen, der aktuell bei 14 Prozent liegt.

Chancengleichheit wird als selbstverständlicher Bestandteil der Personalpolitik gesehen. Die GMSH unterscheidet nicht zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten, so dass jede/r Beschäftigte die gleichen Möglichkeiten hat, sofern die Eignung und Befähigung gegeben ist.

Die GMSH bietet ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern familienfreundliche Arbeitsplätze mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, Telearbeit und Kinderbetreuung in Notfällen an sowie ein betriebliches Gesundheitsmanagement und gezielte Fortbildungsmöglichkeiten. Nennenswerte positive Beispiele sind das Führungskräfteentwicklungsprogramm, das u. a. speziell für Frauen das Seminar „Frauen in Führungspositionen“ beinhaltet, die Regelung „Personalentwicklungsmaßnahmen für Rückkehrer/innen aus der Elternzeit bzw. aus dem Sonderurlaub“ und die geschlechtsneutrale Kommunikation.

Es gibt Dienstvereinbarungen zur Förderung von partnerschaftlichem Verhalten und gegen sexuelle Diskriminierung. Chancengleichheit ist in Betriebsvereinbarungen integriert und wird durch die Frauenbeauftragte sowie durch Broschüren, Beratung und Veranstaltungen institutionalisiert.


GFFB gGmbH


Die GFFB gGmbH wird zum dritten Mal mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Das Unternehmen ist mit seinen 57 Mitarbeiter/innen als Arbeitsmarkt- und Personaldienstleistungsunternehmen tätig. Der Frauenanteil beträgt 77 Prozent.

Die GFFB hat Chancengleichheit zu einem der zentralsten Werte im Unternehmensleitbild gemacht. Frauen und Männer haben gleiche Chancen zur beruflichen Entwicklung und Karriereplanung.

Bereits seit 1994 bietet die GFFB flexible Arbeitszeiten an. Die hauseigene Ausfallkinder-betreuung können die Mitarbeiter/innen kostenlos nutzen.

Geplant sind Quartalsgespräche zum Thema Diversity mit neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.


Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover wird zum dritten Mal mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

In den vergangenen drei Jahren konnten weiter erhebliche Fortschritte für die Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht werden. Innovative Wege beschreitet die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover mit Instrumenten und Maßnahmen bei der Anwerbung von Wissenschaftlerinnen. Um das festgeschriebene Ziel der Erhöhung des Anteils von Frauen in wissenschaftlichen Spitzenpositionen bis 2013 zu erreichen, wurde eigens eine Stelle im Präsidialstab eingerichtet, welche die Berufungskommission und Fakultäten dabei unterstützen soll, herausragende Wissenschaftlerinnen zu finden.

Im Bereich Karriere- und Personalentwicklung wurden erfolgreiche Projekte wie „Mentoring für Frauen in Wissenschaft und Wirtschaft“ weitergeführt und um neue Programme wie „fiMINT – wissenschaftliche Karriere für Frauen in den MINT-Fächern“ ergänzt.

Überdurchschnittlich gut bewertet die Jury die Aktivitäten im Bereich Forschung, Lehre und Studium. Die Einrichtung einer AG mit dem Ziel der Vertiefung der Genderforschung an der Fakultät für Maschinenbau passt sehr gut in das Konzept der Universität Hannover, Frauen für Karrieren in MINT Fächern zu motivieren und zu unterstützen. Diesem Ziel wird auch mit zahlreichen Programmen wie der Herbstuniversität für Schülerinnen in Naturwissenschaft und Technik, FEET – Frauen erleben und entdecken Technik, Einsteins Enkeltöchter, einem Roboterworkshop für Schülerinnen und weiteren Maßnahmen erfolgreich Rechnung getragen.


Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie
an der Universität Hamburg


Das Heinrich-Pette-Institut wird erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet. 

Die gesamte inhaltliche Ausrichtung integriert stringent das Ziel der Chancengleichheit. Ein besonderes Anliegen ist, den Anteil qualifizierter Frauen in den Leitungspositionen zu steigern. Dazu gehört auch das Personalentwicklungskonzept, das Maßnahmen zur Förderung, vor allem auch zwischen den Karrierephasen, vorsieht.

Ein Fokus liegt auf der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die durch Arbeitszeit-flexibilisierungen, Kinderbetreuungsangebote und weitere Maßnahmen erreicht wird.

Chancengleichheit wird am Heinrich-Pette-Institut erfreulich weit definiert, so dass auch Projekte für ältere Arbeitnehmende speziell gefördert werden.


Hochschule Fulda

Die Hochschule Fulda wird erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Die in der Bewerbung dargestellten Maßnahmen und Entwicklungen zeigen, dass die Hochschule Fulda bereits erfolgreiche gleichstellungsspezifische Aktionen und Strategien entworfen hat und somit auf dem richtigen Weg ist, die hochschulweite Gender-Kompetenz zu steigern.

So konnte z. B. der Frauenanteil unter den Professorinnen in den letzten fünf Jahren deutlich erhöht werden und liegt nun mit 31% weit über dem Bundesdurchschnitt. Außerdem dienen auch die von der Hochschule durchgeführten Begleitforschungen zu Maßnahmen, die den Frauenanteil in MINT-Fächern steigern sollen dazu, das Profil einer geschlechtergerechten Hochschule zu schärfen

Besonders lobenswert sind für die Jury die Anstrengungen im Bereich Familien-freundlichkeit. Die Hochschule Fulda schafft es, erfolgversprechende Maßnahmen im Bereich Betreuungsmöglichkeiten und flexible Arbeitszeiten zu implementieren und auszubauen.

Durch die hochschulinterne monetäre Belohnung gleichstellungspolitischer Anstrengungen sowie dem langfristig konzipierten Frauenförderplan bis 2013 wird künftig es sicherlich gelingen, Chancengleichheit noch stärker im Selbstverständnis der Hochschule Fulda zu verankern.
 

Landeshauptstadt Kiel

Die Landeshauptstadt Kiel wird zum zweiten Mal mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Die Landeshauptstadt Kiel beschäftigt ca. 4.500 Beschäftigte. Wie häufig im öffentlichen Sektor ist ein hoher Frauenanteil zu verzeichnen – konkret liegt er bei 52 Prozent, in Führungspositionen sind 37 Prozent Frauen tätig.

Mit ersten Maßnahmen zur Chancengleichheit wurde 2003 begonnen,  z. B. mit der Gleitzeit und der Telearbeit. Seit 2005 wird ein Gender-Mainstreaming-Konzept umgesetzt. Außerdem will man zur familien- und kinderfreundlichsten Stadt werden.

Beispielhaft ist die Möglichkeit, eine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren. Besonders hervorzuheben ist das städtische Internet-Portal „eltern-online“, das auch die Beschäftigten nutzen. Durch die Stabsstelle für Chancengleichheit wird diese institutionalisiert.


Ludwig-Maximilians-Universität München

Die Ludwig-Maximilians-Universität München wird erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Für die Ludwig-Maximilians-Universität München sind die Themen Chancengleichheit und Gleichstellung von strategischer Bedeutung. In allen Aktionsfeldern wurden bereits innovative Maßnahmen umgesetzt. Durch eine starke institutionelle Verankerung der Gleichstellung sowie eine schlüssige Umsetzung der Gender-Strategien und -programme weist die LMU eine insgesamt überdurchschnittliche Leistung auf.

Als besonders weitreichend sind die Konzepte im Bereich Karriere- und Personalentwicklung zu bewerten. Der Dual Career Service zur Förderung und Unterstützung von Doppelkarrierepaaren an der LMU sowie das LMU-Mentoring zur Unterstützung hochqualifizierter Nachwuchswissenschaftlerinnen auf dem Weg zur Professur sind hervorzuheben. Renommierte Wissenschaftlerinnen stehen als Vorbildkarrieren („Role Model“) zur Verfügung.

Auch in Forschung, Lehre und Studium wird durch Vorlesungen und Seminare zur Genderforschung an fast allen Fakultäten, öffentlich wahrnehmbar durch das spezielle Vorlesungsverzeichnis zu „Frauenstudien/gender studies“ seit 1990/91, und das Wahlpflichtfach Genderforschung Gender-Kompetenz umgesetzt und weiterentwickelt.

Gleichstellungs- und Genderfragen sind deutlich im Leitbild und Selbstverständnis der Universität integriert. Folgerichtig wirbt die LMU auch im Rahmen der Exzellenzinitiative um hochqualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit Familienfreundlichkeit und Chancengleichheit


MediTECH Electronic GmbH

Die MediTECH Electronic GmbH wird erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Das Unternehmen mit Sitz in Wedemark ist ein kleines mittelständisches Unternehmen mit 18 Beschäftigten im Bereich der Medizintechnik. Der Frauenanteil beträgt 41 Prozent, in leitenden und Führungspositionen sind 28 Prozent Frauen tätig. Das Unternehmen wurde im vergangenen Jahr als einer der 100 besten Arbeitgeber im Mittelstand ausgezeichnet.

Das Unternehmen führt eine intensive Personalentwicklung mit Fördergesprächen, regelmäßiger Entwicklungsbeurteilung, Coaching, Job-Rotation und Weiterbildungs-angeboten durch.

Das Unternehmen beteiligt sich am Lokalen Bündnis für die Familie. Realisiert werden individuelle Modelle zur Arbeitszeit, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. Dazu gehören auch individuelle Unterstützungsmaßnahmen zur Kinderbetreuung.

Chancengleichheit wird durch Gesprächsforen, regelmäßige Gespräche und Beratungen institutionalisiert. Die Förderung von Chancengleichheit ist auch ein Kriterium bei der Beurteilung von Führungskräften.


pronova BKK

Die pronova BKK wird erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Die pronova BKK ist im Juli 2007 durch Fusion der Bayer BKK und der Fortisnova BKK entstanden. Beide Kassen hatten sich bereits vor der Fusion die Chancengleichheit zum Thema gemacht. Diese Schwerpunkte sollen nun in dem neu gegründeten Unternehmen umgesetzt und erweitert werden.

Die pronova BKK fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch flexible Arbeitszeit-modelle, Telearbeit, Teilzeit in Führungspositionen und Notfallregelungen bei der Kinderbetreuung. Die Chancengleichheit wird bei der Fort- und Weiterbildung sowie bei Stellenbesetzungen und Aufstiegsmöglichkeiten besonders berücksichtigt.

Eine Dienstvereinbarung zum „fairen und kollegialen Umgang am Arbeitsplatz“ fördert das partnerschaftliche Verhalten. Ab 2009 sollen weitere Maßnahmen die Chancengleichheit fördern und die Vereinbarkeit verbessern: Gleichstellungscontrolling, Rückkehrkonzept für Beschäftigte in Elternzeit, Telearbeit für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit ist die Pronova BKK auf einem sehr guten Weg. 


Robert Bosch GmbH Nürnberg

Die Robert Bosch GmbH Nürnberg wird erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Der Unternehmensstandort ist im Bereich Automotive tätig. Der Frauenanteil an den ca. 2.000 Beschäftigten insgesamt beträgt 14 Prozent, der Anteil von Frauen in Führungs-positionen liegt bei knapp 9 Prozent.

Die Robert Bosch GmbH Nürnberg hat für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einige besondere Maßnahmen neben den flexiblen Arbeitszeitmodellen, Telearbeit und betriebliche Kinderbetreuung entwickelt. Hervorzuheben sind die Bosch-Elterntreffen, die Ferienbetreuung für die Kinder der Mitarbeiter/innen und die besondere Ermutigung von Vätern, Elternzeit zu nehmen.

Die 1997 gegründete Projektstelle „Frauenförderung“ wurde 2004 umbenannt zu „Projekt Chancengleichheit“.

Besonders zu würdigen ist, dass sich das Unternehmen im traditionell männlich dominierten Automotive-Bereich darum bemüht, mehr junge Frauen auszubilden und für das Unternehmen zu interessieren, um den Frauenanteil zu erhöhen. Maßnahmen wie Schulpatenschaften, Teilnahme am Girls‘ Day 2007, 2008 und 2009 oder die Technikwoche für Mädchen sind vorbildlich.


Roche Diagnostics GmbH


Die Roche Diagnostics GmbH wird zum zweiten Mal mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Das Unternehmen beschäftigt über 11.000 Beschäftigte. Der Frauenanteil liegt bei 46%.

Im Schwerpunkt Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist Roche sehr aktiv: flexible Arbeitszeiten, Telearbeit, betriebliche Kinderbetreuung, Sommercamps und Forscherferien, Intranet-Bereich zu Beruf und Familie. Durch zahlreiche Projekte und Betriebsvereinbarungen wird auch das Thema Chancengleichheit bei Roche institutionalisiert.

Das Projekt „Roche Evolution“ zielt auf eine frühzeitige Identifizierung sowie Bindung qualifizierter Studierender sowie Young Professionals ab. Bestandteil sind gezielte Seminarangebote, der Aufbau von Netzwerken. Es soll helfen, offene Stellen, auch im Zusammenhang mit Praktika oder Diplomarbeiten, adäquat zu besetzen.


Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

Das Unternehmen Sanofi-Aventis Deutschland GmbH wird zum fünften Mal mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Im Vergleich zu dem Durchschnitt der chemischen Industrie ist bei Sanofi-Aventis der Frauenanteil unter den Führungskräften mit rund 20% sehr hoch.

Sanofi-Aventis sichert seinen Beschäftigten – Männern wie Frauen – gleiche Chancen und Karrieremöglichkeiten auf allen Hierarchiestufen zu. Es gibt mehrere Gesamtbetriebs-vereinbarungen, die die Chancengleichheit institutionalisieren.

Darüber hinaus hat Sanofi-Aventis die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Das Unternehmen gestaltet die Elternzeit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv mit Kontakt, Qualifizierung und Vertretungseinsätzen. Geplant ist noch ein Programm zur Unterstützung von Beschäftigten mit pflegebedürftigen Angehörigen.

Vorbildlich sind auch die Maßnahmen zur Kinderbetreuung. Die Entdeckerferien zum Beispiel sollen gerade bei den Mitarbeiterkindern die Lust an den Naturwissenschaften fördern.  

Mit dieser fünften Auszeichnung beweist auch Sanofi-Aventis sein nachhaltiges Engagements für Chancengleichheit und ist damit eines unserer Best Practice Unternehmen.


Simon Werbung GmbH


Die Simon Werbung GmbH wird erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Das Unternehmen ist im Papier-, Verlags- und Druckgewerbe tätig. Es hat 22 Mitarbeiterinnen, von denen 50 Prozent weiblich sind. In Führungspositionen beträgt der Frauenanteil 10 Prozent.

Die Größe des Unternehmens ermöglicht es der Geschäftsführung, auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter individuell einzugehen. Arbeitszeitkonten, Arbeiten von zu Hause aus und Unterstützung bei der Kinderbetreuung erleichtern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. So dürfen die Eltern ihre Kinder mit zum Arbeitsplatz bringen, wenn die normale Kinderbetreuung ausfällt. Die Firma übernimmt einen Anteil der Kinder-betreuungskosten und beteiligt sich an Elterninitiativen zur Kinderbetreuung.

Mit Fördergesprächen und Schulungen des Führungskräftenachwuchses werden die Mitarbeiter/innen bedarfs- und funktionsgerecht weitergebildet. Für Frauen gibt es spezielle Seminare. Die Führungskräfte werden für die Bedeutung der Chancengleichheit sensibilisiert.

Eine Mitarbeiterbefragung ist für Mai 2009 geplant. Die Simon Werbung GmbH ist auf einem sehr guten Weg und macht deutlich, dass gerade kleinere Unternehmen andere, dennoch viele Möglichkeiten zur Förderung von Frauen haben.


Stadt Leipzig


Die Stadt Leipzig wird erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Der Frauenanteil beträgt 70 Prozent. Bereits 1990 wurde mit den ersten Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit begonnen. Seit dem Jahr 2000 werden die Maßnahmen systematisch und kontinuierlich erweitert. Der erste Frauenförderplan lief von 2000 bis 2004. Eine Dienstvereinbarung zur flexiblen Gestaltung der Arbeitszeit folgte 2005. Die zahlreichen Aktivitäten des Referats für Gleichstellung tragen dazu bei, die Chancengleichheit zu institutionalisieren.

Ziel der Stadt ist es, den Anteil von Frauen in Führungspositionen deutlich zu erhöhen. Hierzu gibt es Qualifikationsangebote wie „Seminare für Frauen in künftigen Führungs-situationen“. Mit 54 Prozent wurde schon ein sehr gutes Ergebnis erreicht. Die Stadt Leipzig beteiligt sich auch an einem Cross-Mentoring-Projekt für Frauen im Raum Leipzig/Dresden.

Ein zweiter Schwerpunkt ist die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Hier gibt es eine Vielzahl von Maßnahmen, wie zum Beispiel familienfreundliche Arbeitszeiten und Fortbildungen für Berufsrückkehrer/innen.

Ein Familieninfobüro der Stadtverwaltung für die Bürger/innen ist das Ergebnis der Kooperation zweier Bündnisse für Familie: dem Kinder- und Familienbeirat sowie dem Lokalen Bündnis „Familienstadt Leipzig“. An beiden ist die Stadtverwaltung beteiligt.


Stadtverwaltung Ulm


Die Stadtverwaltung Ulm wird zum zweiten Mal mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Die Verwaltung beschäftigt ca. 2.700 Mitarbeiter/innen. Der Frauenanteil liegt bei 57 Prozent, in Führungspositionen beträgt er 30 Prozent.

Der Stadtrat hat im Oktober 2008 ein Konzept zum Personalmanagement der Stadt verabschiedet. Schwerpunkte sind Frauenförderung, Chancengleichheit und Nachwuchsförderung. Die Stadt ist jedoch schon seit 1988 aktiv, als die Stelle einer Frauenbeauftragten geschaffen wurde. Seitdem sind bereits zahlreiche Maßnahmen entwickelt und erfolgreich umgesetzt worden.

Mit dem Projekt „Den Schatz heben“ beweist die Stadt Ulm einen wertschätzenden Umgang mit Mädchen aus Migrantenfamilien, die sie fördern will.

Den eigenen Beschäftigten bietet die Stadtverwaltung flexible Arbeitszeiten und Telearbeit an. Eine Betriebskindertagesstätte ist in Planung.


Techniker Krankenkasse

Die Techniker Krankenkasse wird erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Es sind mehr als 10.000 Mitarbeiter/innen beschäftigt, der Frauenanteil liegt bei 64 Prozent, in Führungspositionen beträgt er 25 Prozent. Mit dem regelmäßig durchgeführten Cross-Mentoring-Programm wird es der Techniker Krankenkasse sicherlich gelingen, den Anteil weiblicher Führungskräfte weiter zu erhöhen.

Die Techniker Krankenkasse hat eine Vielzahl von tarifvertraglichen Regelungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zur Chancengleichheit abgeschlossen. Bereits seit dem Jahr 1996 existiert eine Dienstvereinbarung zur Flexibilisierung der Arbeitszeit, seit 1999 ein eigener Tarifvertrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Darüber hinaus pflegt die Techniker Krankenkasse eine familienfreundliche Führungskultur.

Die Techniker Krankenkasse hat sich vorgenommen, die Chancengleichheit in die Führungsphilosophie zu integrieren.


Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig

Die Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig wird erstmalig mit dem  TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet. 

In ihrer eindrucksvollen Bewerbung unterstreicht die Universität ihr Anliegen, das Thema Chancengleichheit durchgängig in ihrer Einrichtung zu verankern. Als Universität mit technischer Ausrichtung versucht sie insbesondere durch eine Verbesserung der Studienbedingungen und mit Aktivierungsprogrammen, Frauen zu fördern und an die Universität zu binden.

Mit dem Braunschweiger Zentrum für Gender Studies und dem Maria-Goeppert-Programm verankert die Technische Universität das Thema Gender auch in theoretischer Hinsicht.

Instrumente zur Verbesserung der Work-Life-Balance, Angebote zur Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeitmodelle zeugen vom Engagement der Technischen Universität, durch vielfältige Maßnahmen zur Gleichstellung zu gelangen. Überzeucht haben auch die Programme zur Förderung bzw. Motivierung von Frauen in MINT Fächern wie das fiMINT – wissenschaftliche Karriere für Frauen in den MINT-Fächern und das für 2009 geplante Schülerinnenkonzept für MINT.


Technische Universität Ilmenau

Die Technische Universität Ilmenau wird zum zweiten Mal mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

In den vergangenen drei Jahren konnten weitere Fortschritte im Bereich Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht werden. Die TU Ilmenau hat in allen Bereichen die bereits vorhandenen Maßnahmen ausgebaut und durch neue Instrumente und Strategien ergänzt.

Besonders positiv zu bewerten sind die vielfältigen Maßnahmen im Bereich Familienfreundlichkeit der Universität, allen Voran das neue Konzept der Campus-Familie, aber ebenso die sehr guten Möglichkeiten zur Kinderbetreuung.

Außerdem sind die vielfältigen Aktionen und Strategien im Bereich Forschung, Lehre und Studium herauszuheben. Mit dem Projekt GeniaL – Gender in der akademischen Lehre soll Gender Mainstreaming umfassend in die Lehre integriert werden. Im Zuge der interdisziplinären Konzeption neuer BA/MA Studiengänge wurde außerdem versucht, die technischen Studiengänge für junge Frauen attraktiver zu gestalten und die Lehrinhalte unter geschlechtsspezifischen Aspekten darzustellen.


Universität Konstanz

Die Universität Konstanz wird erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet. 

Die Universität überzeugt durch ihr Konzept der Gleichstellung von Frauen und Männern durch das Verfolgen eine stringenten Strategie. Im Rahmen der Bewerbung um die Exzellenzinitiative 2007 wurde Gleichstellung als zentraler Pfeiler der Universität verankert.

Als recht kleine Universität vernetzt sie die Gleichstellungspolitik zentral und dezentral und fördert dadurch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema in der gesamten Einrichtung.

Die Universität trägt seit 2008 das Audit „Familiengerechte Hochschule“ und kann in diesem Bereich solide Maßnahmen präsentieren. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Servicestelle für Dual Career Couples, die mit Beratung, einem Stellenpool und einem Hochschulnetzwerk qualifizierte Köpfe an die Universität binden will.

Geplant ist eine Ausweitung des Gender Mainstreaming-Prinzips auf die Organisationsentwicklung sowie Konzepte zur Personalentwicklung, die Gender berücksichtigen.


Universität Paderborn

Die Universität Paderborn wird erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Die Universität Paderborn zeigt gute Maßnahmen in allen Aktionsfeldern. Im Besonderen besticht sie aber durch ein sehr stimmiges kohärentes Gesamtkonzept „Gleichstellungskonzept der Universität Paderborn 2008-2013“, in dem die eigene Situation kritisch analysiert wird, Strategien entwickelt und daraus konkrete Maßnahmen abgeleitet werden. Noch befinden sich einige Maßnahmen lediglich in Planung bzw. sind für 2009 terminiert, aber bereits jetzt hebt sich die Universität mit diesem durchdachten Konzept positiv ab.

Besonders der Bereich Forschung, Lehre und Studium wurde von der Jury sehr positiv evaluiert: Durch die Projektstelle „Frauen gestalten die Informationsgesellschaft“ werden seit 1999 Aspekte der Genderforschung in die Wissenschaftsbereiche eingebracht, die einen Bezug zu Informations- und Kommunikationstechnologien aufweisen.

Dokumentiert wird die wichtige Rolle der Geschlechtergerechtigkeit für die Universität außerdem durch die  Ringvorlesung „Gender-Studies im Spiegel der Wissenschaft“, das von 1999 bis 2007 bestehende Forum für Geschlechterforschung sowie die momentane Konzeption eines Zentrums für Gender-Studies.

Sehr gut werden auch die vielen Programme an der Universität Paderborn bewertet, wie das Schnupperstudium für Schülerinnen, oder Summer School 2008: „Mädchen machen MINT“ bewertet, die Schülerinnen zur Wahl von MINT Fächern motivieren sollen.


Universität Siegen


Die Universität Siegen wird erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Die Universität Siegen hat mit ihrer Bewerbung erfolgreiche Maßnahmen zur Chancengleichheit dokumentiert. An der Universität Siegen sind Gleichstellungs- und Genderstrategien stark im Selbstverständnis etabliert und es existieren bereits gute Einzelmaßnahmen

Besonders hervorzuheben ist das seit 2007 bestehende Zentrum für Gender Studies Siegen. Das Zentrum verfolgt das Ziel, die Lehre und Forschung im Bereich "Gender" fachbereichsübergreifend zu etablieren und ermöglicht es außerdem den Studierenden zwei Zertifikate im Bereich der "Gender Studies" zu erwerben. Durch den Aufbau eines transdisziplinären Lehrangebots soll dabei allen Studierenden der Universität eine Profil- und Schwerpunktbildung im Bereich Gender Studies ermöglicht werden.

Einen ersten positiv gewerteten Schritt im Bereich Karriere- und Personalentwicklung hat die Universität mit den regelmäßigen Veranstaltungen des Women Career Service für Studentinnen, Wissenschaftlerinnen und wissenschaftsstützenden Mitarbeiterinnen getan. Das für 2009 geplante Mentoring-Konzept für Frauen kann in diesem Bereich zukünftig einen guten weiteren Baustein darstellen

Die sehr kritische und zielorientierte Analyse der eigenen Zahlen zeigt, dass sich die Universität Siegen stark mit der zukünftigen Entwicklung des Themas Chancengleichheit auseinandersetzt.


vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
BayME - Bayerischer Unternehmensverband Metall und Elektro e. V.     
VBM - Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie e. V.                         
ibw - Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft e. V.


Die vier Vereine vbw, BayME, VBM und ibw werden erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Insgesamt beschäftigen die vier Vereine 208 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 57 Prozent Frauen. Ihr Anteil in Führungspositionen liegt bei 10 Prozent. Die gemeinsame Auszeichnung ist angebracht, weil es inhaltliche Überschneidungen dieser Institutionen gibt.

Chancengleichheit gehört zum Selbstverständnis der vier Organisationen, das bei den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch in der Arbeit als Verband mit den Mitgliedsunternehmen propagiert wird.

Es wurden Rahmenbedingungen geschaffen, innerhalb derer die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend ihrer Voraussetzungen optimal entwickelt und gefördert werden.  Sehr konsequent wird deshalb das Thema Personalentwicklung gelebt. Seminare zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind ein Beispiel dafür, dass nach innen gelebt wird, was nach außen propagiert wird.

Seit 2002 gibt es erste Fördermaßnahmen, seit 2006 eine Organisationsanweisung zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die vier Organisationen bieten flexible Arbeitszeitmodelle und Telearbeit an. Sie übernehmen 50 Prozent der Kinderbetreuungskosten bis zum 10. Lebensjahr. Die familienfreundliche Personalpolitik nach innen und die Mitwirkung in externen Gremien und Netzwerken zur Förderung der Chancengleichheit erhöht die Glaubwürdigkeit der Verbände in ihrem Bestreben, Chancengleichheit und Familienfreundlichkeit in der Wirtschaft nachhaltig zu unterstützen.

Gerade Verbände leisten einen enorm wichtigen Beitrag zur Förderung von Chancen-gleichheit und haben eine Leuchtturmfunktion für die deutsche Wirtschaft. 


von Bodelschwinghsche Anstalten Bethel gGmbH


Die von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel  werden erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Sie sind eine gemeinnützige kirchliche Stiftung privaten Rechts, die bereits seit 1867 bestehen. Heute betreuen hier fast 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 20.000 kranke, behinderte oder sozial benachteiligte Menschen. Der Frauenanteil beträgt fast 70 Prozent, der Anteil von Frauen in Führungspositionen liegt bei 43 Prozent.

Schon lange ist das Unternehmen auf dem Weg zur Verwirklichung von Chancengleichheit und Familienfreundlichkeit. Die Frauenkonferenz, die 1994 gegründet wurde, hat 1999 zusammen mit der Abteilung Projekte Vorschläge entwickelt, wie das Thema Gleichstellung vorangebracht werden könne. Die Hauptthemen waren Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Karriereplanung für Frauen. 1999 begann das Projekt „Berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern“.

Seit 2001 werden die Maßnahmen systematisch und strategisch betrieben. Über ein Leitbild, über Zielvereinbarungen und über Öffentlichkeitsarbeit erhält das Thema Chancengleichheit in den von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel ein breites Forum. Auch die Erhöhung der Frauenquote in Leitungspositionen ist ein Ziel sowie die verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch flexible Arbeitszeiten, Telearbeit, Unterstützung bei der Kinderbetreuung.


Wüstenrot & Württembergische - Gruppe


Die Wüstenrot & Württembergische - Gruppe wird erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Die Firmengruppe widmet sich allen Fragen rund um die finanzielle Vorsorge von Kunden. Beschäftigt sind über 10.000 Mitarbeiter/innen. Der Frauenanteil an den Beschäftigten beträgt 50 Prozent.

Wüstenrot & Württembergische haben bereits vor der Fusionierung im Jahr 2000 in ihren jeweiligen Stammhäusern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Chancengleichheit gefördert. Inzwischen sind die Maßnahmen weiter ausgebaut oder neu ausgerichtet worden. Die familienorientierten Maßnahmen ergeben ein komplettes Bild und zeigen, dass sich das Unternehmen intensiv mit den Bedürfnissen von Familien auseinandergesetzt hat. Positiv sind beispielsweise die Betriebsvereinbarung zur betrieblichen Elternzeit sowie der Kontakt und Schulungen während der Elternzeit durch den Zugriff auf das Intranet.

Für die Institutionalisierung der Chancengleichheit wird die bevorstehende Bildung eines konzernweiten Arbeitskreises Chancengleichheit sehr hilfreich sein. Besonders hervorzuheben ist die Führung der Württembergischen Krankenversicherungs AG durch ein weibliches „Vorstandstandem“ (Gabriele Bengel/Ruth Martin), das Vorbildcharaker hat. 


Wüstenrot Bausparkasse AG


Die Wüstenrot Bausparkasse AG wird zum fünften Mal mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Der Finanzdienstleister beschäftigt ca. 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 58 Prozent Frauen. Der Anteil an Frauen in Führungspositionen liegt bei 19 Prozent.

Die Wüstenrot Bausparkasse ist seit Mitte der 1980er Jahre aktiv und bietet seit der Gründung des Arbeitskreises Chancengleichheit im Jahr 1990 systematisch Maßnahmen zur Chancengleichheit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf an.

Künftig will die Wüstenrot & Württembergische Gruppe in Stuttgart einen konzernweiten Arbeitskreis Chancengleichheit einrichten, so dass unternehmensübergreifend ein Ideen- und Erfahrungsaustausch stattfinden kann und weitere Maßnahmen gemeinsam geplant und realisiert werden können.

Mit dieser fünften Auszeichnung beweist auch die Wüstenrot Bausparkasse ihr starkes nachhaltiges Engagements für Chancengleichheit und ist damit eines unserer Best Practice Unternehmen.


Yamaichi Electronics Deutschland GmbH


Die Yamaichi Electronics Deutschland GmbH wird erstmalig mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Das mittelständische Unternehmen ist in der Elektronikbranche tätig. Der Frauenanteil an den Beschäftigten insgesamt beträgt 41 Prozent, der Anteil von Frauen in Führungspositionen liegt bei 18 Prozent.

Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind hier selbstverständlich. Bereits seit der Firmengründung 1990 versucht man, auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soweit wie möglich einzugehen. Yamaichi Electronics setzt auf partnerschaftliches Verhalten, individuelle Freiräume und flache Hierarchien. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützt, indem sie mit flexiblen Arbeitszeiten und Telearbeit arbeiten können.

Regelmäßige Mitarbeitergespräche tragen dazu bei, die Entwicklung und Leistung jedes Einzelnen zu begleiten und die Chancengleichheit zu unterstützen. Leitlinien des Unternehmens sorgen für die Institutionalisierung der Chancengleichheit.


Zeitlauf GmbH Antriebstechnik & Co KG

Das Unternehmen Zeitlauf GmbH Antriebstechnik & Co KG wird erstmalig mit dem     TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet.

Das mittelständische Unternehmen ist im Bereich der Antriebstechnik tätig. Es wurde 1957 gegründet und begann mit der Produktion von Zeitschaltuhren. Schnell entwickelte man eine breite Produktpalette von Stirnrad-, Planeten- und Winkelgetrieben sowie kundenspezifischen Sonderlösungen.

Der Frauenanteil an den Beschäftigten insgesamt beträgt 30 Prozent, der Anteil von Frauen in Führungspositionen liegt bei knapp 5 Prozent.

In ihren Leitlinien bezeichnet die Zeitlauf GmbH ihre Mitarbeiter/innen als das wichtigste Kapital des Unternehmens und sagt jedem Mitarbeiter bzw. jeder Mitarbeiterin zu, sich im Unternehmen verwirklichen zu können.

Die Zeitlauf GmbH fördert besonders die Ausbildung von Frauen in technischen Berufen. So wurde beispielsweise kürzlich eine Umschulungsmaßnahme für 22 ungelernte Mitarbeiter/innen, davon 20 Frauen, durchgeführt, deren Ziel ein qualifizierter Berufsabschluss war.

Das Unternehmen bietet flexible Arbeitszeiten und Telearbeit und beteiligt sich an den Kinderbetreuungskosten im Umfang von bis zu 100 EURO.


Zentrum für Weiterbildung gGmbH


Das Zentrum für Weiterbildung gGmbH wird zum fünften Mal mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat für die Jahre 2009 bis 2011 ausgezeichnet.

Das Unternehmen ist mit der Bildung und Beratung im EDV-Bereich beschäftigt. Das Bildungsinstitut beschäftigt ca. 100 Mitarbeiter/innen, davon 65 Prozent Frauen. Bemerkenswert ist der hohe Anteil an weiblichen Führungskräften mit 83 Prozent.

Das Zentrum für Weiterbildung hat Chancengleichheit zu einem der zentralsten Werte im Unternehmensleitbild gemacht. Männer und Frauen haben die gleichen Chancen zur beruflichen Entwicklung und Karriereplanung. Bereits seit 1986 bietet das Unternehmen flexible Arbeitszeiten an. Workshops und Fachgespräche zu den Themen Diversity und Chancengleichheit bietet das Zentrum für Weiterbildung sowohl Lehrkräften als auch Honorardozenten an.

Die Tatsache, dass das Unternehmen mit jeder erneuten Bewerbung gewachsen ist, wird als Beleg dafür gewertet, dass sich die auf Chancengleichheit gerichtete Personalpolitik rechnet und letztendlich einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg leistet.

Mit dieser fünften Auszeichnung beweist auch das Zentrum für Weiterbildung sein nachhaltiges Engagements für Chancengleichheit und ist eines unserer Best Practice Unternehmen.


Herzlichen Glückwunsch allen Prädikatsträgern!