Erhebliche Gehaltsunterschiede in MINT-Berufen
Neue Auswertungen des HIS-AbsolventInnenpanels 2001 unter dem Titel „Berufseinmündung und Erwerbstätigkeit in den Ingenieur- und Naturwissenschaften“.
Studierende der Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik (MINT) steigen nach ihrem Abschluss überdurchschnittlich schnell ins Berufsleben ein.
Ganz ungetrübt ist das Bild jedoch nicht. Zum einen gelten die positiven Befunde für einige Fachrichtungen wie die Biologie und das Bauingenieurwesen nicht uneingeschränkt. Zum anderen lassen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern finden. Frauen haben ein geringeres Einkommen, auch wenn sie die gleichen Fächer studiert haben wie ihre männlichen Kommilitonen und in den gleichen Tätigkeitsfeldern arbeiten; sie haben seltener Leitungspositionen erlangt und wenn doch, benötigten sie dafür mehr Zeit.
Wenn Kinder zu betreuen sind, sind Frauen aus MINT-Fächern seltener erwerbstätig als ihre Kommilitonen oder sie arbeiten in Teilzeit. Nach temporärem Ausstieg drohen Frauen weitere berufliche Nachteile. Ein großes Potenzial an MINT-Fachkräften könnte auch unter Bedingungen des Fachkräftemangels verloren gehen, wenn es nicht gelingt, die in den gesuchten MINT-Fächern ausgebildeten Frauen langfristig als hochqualifizierte Fachkräfte zu halten. Sowohl die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als auch der Abbau von geschlechtsspezifischen Benachteiligungen, etwa in der Bezahlung oder der Zuweisung von Leitungspositionen, könnten dazu beitragen, nicht nur die Potenziale der bereits ausgebildeten Fachkräfte zu erschließen, sondern das Interesse junger Frauen an MINT-Fächern zu steigern.
Weitere Informationen:
http://www.his.de/pdf/22/MINT_Gesamt_20090512.pdf
http://www.his.de/presse/news/ganze_pm?pm_nr=476
aus: CEWS-Newsletter Nr. 69 vom 19.06.2009




