Spitzenposition mit Zeit für Familie

Fast die Hälfte der Führungskräfte in der Landeshauptstadt München sind Frauen. Auch an der Spitze ist Teilzeit möglich – für Frauen und Männer.

Seit über 20 Jahren sind in der Landeshauptstadt München Chancengleichheit und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fester Bestandteil der Unternehmenspolitik. Die bayerische Metropole bekam 1999 erstmals das Prädikat TOTAL-E-QUALITY und 2011 zum fünften Mal.

Frauen an der Spitze – Spitze in Teilzeit

„In Zeiten harten Wettbewerbs ist Gleichstellungspolitik für eine Arbeitgeberin wie die Stadt München nicht nur gesetzliche Verpflichtung, sondern ein wichtiger Aspekt, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein“, ist Personal- und Organisationsreferent Dr. Thomas Böhle überzeugt. „Da Frauen nicht weniger qualifiziert sind als Männer, geht es schlicht auf Kosten der Qualität, wenn Frauen in bestimmten Bereichen unterrepräsentiert sind.“

Mit Zielvereinbarungen, Potenzialförderseminaren, geschlechtergerechten Leistungsbeurteilungen und Auswahlverfahren sowie Qualifizierungen und Fortbildungen sorgt die Stadt München dafür, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen und diese Stellen für Frauen und Männer auch in Teilzeit anzubieten. Heute arbeiten in der Landeshauptstadt 47 Prozent Frauen in leitenden Positionen – im Vergleich zu 33 Prozent im Jahr 1997. „Mitarbeitergespräche mit ‚Führungsfrauen’ haben gezeigt, dass die bei der Stadt bestehenden attraktiven Arbeitsbedingungen es besonders einer Frau ermöglichen, Karriere und Familie zu vereinbaren“, sagt Böhle. So üben 14,5 Prozent der Führungskräfte ihre Funktion in Teilzeit aus, davon gut 80 Prozent Frauen. Der deutliche Aufwärtstrend zeichne sich nicht nur bei den Beurteilungen von Frauen ab, sondern auch bei den Personalauswahlverfahren, bei denen sich Frauen überproportional zu ihrem Bewerbungsanteil durchsetzen würden.

„Bei einem Frauenanteil von knapp 60 Prozent an den Beschäftigten liegt es in unserem eigenen Interesse, die Qualifikation von Frauen zu erhalten und zu fördern“, sagt der Personal- und Organisationsreferent. „Wir haben dies sehr früh erkannt, lange bevor der demografische Wandel und der Fachkräftemangel dafür sorgen, dass Frauen zu einer stark umworbenen Gruppe am Arbeitsmarkt avancieren.“ Wissenschaftliche Studien hätten einen klaren Zusammenhang zwischen dem Erfolg von Unternehmen und dem Anteil von Frauen in Spitzenpositionen nachgewiesen.

Chancen für Eltern

Informationsveranstaltungen, Rückkehr- und Beurlaubungsgespräche, Kontakthalteprogramme während der Elternzeit und individuell zugeschnittene Teilzeitmodelle erleichtern Eltern zudem den Wiedereinstieg nach der Familien-Auszeit. „Dabei darf aktive Gleichstellungspolitik in Zukunft nicht nur die Frauen im Blick haben, sondern muss ihn verstärkt auch auf Männer richten“, betont Böhle. Auch für viele Väter stelle sich nicht mehr die Frage ‚Beruf oder Familie?’. „Vielmehr geht es um die Vereinbarkeit von beidem. Und dafür müssen durch eine überdachte Personalpolitik die Chancen geschaffen werden.“

Weitere Informationen:
Stadt München

Prädikatsträger

Für beispielhaftes Handeln im Sinne einer an Chancengleichheit ausgerichteten Personalführung vergibt der Verein jährlich das TOTAL E-QUALITY Prädikat. Alle Prädikatsträger mit einem aktuell gültigen Prädikat finden Sie hier.

 


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